BMW Formel 2 Renngeschichte

In seiner Renngeschichte kann BMW auf eine lange und glänzende Reihe hervoragender
Tourenwagenerfolge sowie auf eine lange Tradition als Motorenlieferant für die Formeln 1
und 2 zurückblicken. Der Vorläufer der meisten Formel 2-Motoren (und letzten Endes auch
der F 1-Turbolader) war der 1962 in Personenwagen eingebaute 1,5 Liter-Motor der
Neuen Klasse, der BMW 1500 Limousine. Unter seinen Rennabkömmlingen spielte der
Formel 2-M 12 Zweiliter-Motor fast zehn Jahre lang eine Hauptrolle, über 500 wurden
zwischen 1973 und 1981 hergestellt.
Der erste eigene Einsatz der Firma in der Formel 2 erfolgte bereits 1967, wohl das Resultat
einer erfolgreichen Bergfahrt 1966 mit einem überarbeiteten Formel 1-Brabham. Dieser Wagen
hatte eine Zweiliter-Maschine mit den notorisch unzuverlässigen Apfelbeck-Radial-Ventilen.
Für die Formel 2 1967 entwickelte man eine 1,6 Liter-Version und setzte sie in Lola T100
Fahrgestelle, wie sie von John Surtees's Lola-Team gefahren wurden. Diese Wagen hatten weiße
und blaue Farben und trugen das BMW-Firmenemblem. Sie zeigten nur wenig von ihrem
Lola-Ursprung. 1967 erschien Hubert Hahne (BMW) an zwölfter Stelle in der Formel 2-Meister-
schaftstabelle.
Für 1968 wurden zwei Lola T 102 exclusiv für das BMW-Team bebaut, sie starteten als
BMW T 102 und galten als vollwertige BMW. Sie zeigten gute Leistungen, und auch das
spätere Design von Len Terry tat ihnen gut. Die folgenden Wagen wurden dann von Dornier
gebaut. Am Ende der 1970er Saison wurde das Team aufgelöst, die Firma verlagerte ihre
Interessen auf andere Rennen und auf die Produktion von Motoren, die dann in der Formel 2
lange Zeit führend sein sollten.

 

T 102 Dieser Wagen hatte, wie damals üblich, das sogenannten Badewannen-Monocoque
von Lola. Auch die Aufhängung entsprach der des Lola und wich nur in Kleinigkeiten wie dem
Hilfsrohrrahmen für den Motor vom T 100 ab. Die Karosserie war schlank bis hinter das
Cockpit. Danach erhob sich Ludwig Apfelbecks Meisterstück, der Zweiliter mit radialer
Ventilanordung. In dieser Form war der Wagen allerdings kein Erfolg. Vor Ende der 1968er
Saison trennte sich BMW von Apfelbecks Konstruktion und gab den T 102 kompaktere
Motoren und ein klarer gezeichnetes Heck. In dieser Überarbeitung liefen die Wagen 1969
und hielten sich gut, im April wurde Hahne beim AvD-Preis Zweiter in der Gesamtwertung
und Erster in der Fahrer-Wertung. Dadurch errang er die maximale Punktzahl in einer
europäischen Meisterschaft in der Formel 2.

                                               

F269-270  Len Terry wurde beauftragt, ein Nachfolgemodell für die Lolas zu entwerfen,
und instinktiv ging er den konventionellen Weg. Im Gegensatz zu den Lolas wählte er ein
Monocoque in der normalen Stromlinienform.Der 269er erhielt einen riesigen Heckflügel,
während der 270er im Detail überarbeitet wurde, auch um dem Team einen besseren Zugriff
zu erlauben. Der Motor war ein konventioneller Vierzylinder Reihenmotor, für 225 PS ausge-
legt, 1970 sollte er 240 bis 250 PS schaffen.Drei Wagen entstanden 1969, zwei weitere 1970.
Im gleichen Jahr erwarb BMW einen March 702 zu Testzwecken.
Die BMW waren auf schnellen Rennstrecken erfolgreich, mehr wegen ihrer starken Motoren
als wegen ihrer Windschlüpfrigkeit. 1970 siegten Ickx, Quester, Hahne und Siffert; Quester
schnitt am besten in der europäischen Meisterschaft ab, wo er Fünfter wurde. Die letzten
Läufe fanden im Oktober 1970 in Neubiberg (München) und später in Macao statt.

 

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